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Man muss einfach dran bleiben - Recruiting: eine Daueraufgabe

Beratung & Service   |   26/11/25

Für Fachkräftemangel und rückläufige Bewerberzahlen bei Stellen- und Ausbildungs­platzangeboten gibt es vom demographischen Wandel über wirtschaftliche und Branchenfaktoren bis hin zu Arbeitsmarkttrends bekanntlich mehr als einen Grund. Am besten begegnet man dem Problem dann auch mit mehr als einer Maßnahme. Man braucht ein Konzept, das zum Betrieb passt und die Arbeitgebermarke zur Geltung bringt. Um die Situation für den eigenen Betrieb abzupuffern und genügend Personal zu gewinnen, muss man inzwischen außerdem ständig am Ball bleiben. Erst aktiv zu werden, wenn zeitnah Positionen oder Ausbildungsplätze neu zu besetzen sind, erzielt heute kaum noch den erwünschten Erfolg.

 

Wie immer beginnt alles mit einem Plan

Jeder Handwerksbetrieb hat bereits seine bevorzugten Personalgewinnungswege, Erfahrungen, Kontakte. Das ist eine solide Basis für die Planung und guter Ausgangspunkt für die Entwicklung von ergänzenden Maßnahmen. Die Monate November und Dezember eignen sich ganz ideal, um fürs nächste Jahr so ein durchstrukturiertes Konzept auszuarbeiten und Vorbereitungen zu treffen, im Personaler-Denglish „Prerecruiting“ genannt. Es beginnt mit einer Bestandsaufnahme: Wie viele Stellen und Ausbildungsplätze habe ich in diesem Jahr neu besetzt? Was hat sich bei der Personalsuche tatsächlich bewährt? Welche Maßnahmen haben welchen Erfolg gebracht und in welcher Zeit?

Dann folgt die Vorausplanung: Welchen Personalbedarf habe ich im kommenden Jahr mindestens, welchen maximal? Was sind die gesuchten Abschlüsse und Qualifikationen? Welche Anforderungsprofile definiere ich? Was kann ich an Ressourcen wie Zeit, Arbeitsaufwand, Material und Werbebudget investieren? Wer im Betrieb hilft mir dabei? Welche externe Unterstützung (Werbeagentur, Headhunter etc.) binde ich mit ein?

Schritt drei befasst sich mit Selbstverständnis und Profil: Was macht das Arbeiten in meinem Betrieb besonders attraktiv? Wie kann ich Sichtbarkeit und Attraktivität steigern? Für welche Werte stehen wir? Können wir mit Benefits (Löhne, Entwicklungsperspektiven, Arbeitszeitmodelle) punkten? Was gibt meiner Firma werbewirksam Anziehungskraft?

Der vierte Aspekt ist der Überblick über die Kontaktwege (Medien, persönliches Networking, Messen usw.): Welche Recruiting-Kanäle und Netzwerke nutze ich schon? Welche muss ich wegen mangelnder Resonanz ersetzen? Wie und wo erschließe ich neue Wege der Ansprache? Wo kann ich Kontakte zu möglichen neuen Teammitgliedern herstellen bzw. festigen und dabei Wettbewerbern zuvorkommen? Welche Maßnahmen lassen sich regelmäßig realisieren?

 

Personal suchen: 365 Tage im Jahr, in Schaltjahren 366...

Zu den Erfolgsprinzipien von Prerecruiting gehört: Es setzt an, bevor tatsächlich Stellen zu besetzen sind, und sorgt dafür, dass Personalgewinnungsaktivitäten kontinuierlich mitlaufen. Sie sollen so zu einem selbstverständlichen Instrument der Nachwuchs- und Fachkräfte-Bedarfssicherung werden. Vor allem in den Bereichen „Attraktivitätssteigerung“ und „neue Kontaktwege“ steckt dabei in der Regel noch Entwicklungspotential.

 

Von Beispielfällen zu Einfällen

Erfolgreiches Prerecruiting und Recruiting im Handwerk heißt, im Wettbewerb um Talente mit anderen Formaten und Inhalten zu begeistern. Dazu ein paar Tipps:

  • Eine wertvolle Ideenquelle ist die Auswertung von Fallstudien und Erfolgsbeispielen; KI macht die Recherche bequemer und aktueller.
  • Branchenfremde Beispiele als Anregung zu nehmen und anzupassen bringt dabei oft mehr, als Recruitingaktivitäten anderer Dachdeckereien zum Vorbild zu nehmen.
  • Für kreative und aufmerksamkeitsstarke Lösungen sorgt auch die Ideensammlung im Team. Immer selbstverständlicher ist die Einbindung von Teammitgliedern in die aktive Akquise.
  • Unbedingt auch die Azubis fragen, sie wissen am besten, was bei Gleichaltrigen ankommt.
  • Bei der Nachwuchsgewinnung zählen Erlebnisse mehr als Erklärungen. Schulpartnerschaften, Praktika mit Erlebnisformat, unverbindliche Trainingsangebote (Bewerbungsgespräch üben usw.) sollten daher auf Dauer zum Recruiting gehören.
  • Strategien für die Ansprache von Quereinsteigern überlegen! Eine aktuelle Studie vom Oktober ermittelte erneut deutliche Zunahme des Interesses, insbesondere auch bei Jüngeren.
  • Traditionelle Medien, etwa Tagespresse, werden von nach wie vor empfohlen. Es müssen nicht unbedingt Anzeigen im Stellenteil sein – andere Formen wie PR-Artikel, Einleger, Werbung für Recruiting-Events, Messen und Schüler-Challenges finden unter Umständen mehr Beachtung.


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